Helles, minimalistisches Interieur mit Oberlicht und klaren architektonischen Linien

Design als Reise nach innen – Alexandra Gördes über Räume mit Haltung

Design als Reise nach innen

Manche Reisen beginnen nicht am Gate, sondern im Raum. Nicht mit einem Ticket, sondern mit Licht. Wer einmal in einem Hotelzimmer stand, das trotz perfekter Ausstattung leer blieb, kennt den Unterschied: Atmosphäre ist keine Frage von Dekoration, sondern von Haltung.

Im Gespräch mit der Architektin und Designerin Alexandra Gördes wird klar, warum Interior mehr sein kann als ein stimmiges Setup für Fotos. Sie spricht über Objekte als bewusste Setzungen, über Skulpturalität und über Licht als emotionales Element und darüber, wie Räume Persönlichkeit tragen dürfen, statt Perfektion zu inszenieren.

Warum das zu Travel-Pape passt

Travel-Pape erzählt Orte nicht nur als Koordinaten, sondern als Erfahrung. Genau dort berührt sich Reisen mit Design: Ein Raum kann sich anfühlen wie ein fremder Ort oder wie ein Zuhause auf Zeit. Gute Gestaltung schafft Orientierung, Rhythmus und Ruhe. Nicht als Trend, sondern als kulturelle Entscheidung.

Wer Alexandra Gördes ist

Alexandra Gördes ist Designerin und Architektin sowie Co-Founderin und Creative Director der Marke WERNS (gegründet 2021 gemeinsam mit David Voß). Ihr Anspruch: Interior soll nicht bloß dekorieren, sondern Räume prägen zwischen Kunst, Objekt und Architektur.

Interior jenseits von Dekoration: Aus dem Gespräch

Dieses Gespräch ist kein klassisches Interview über Stilfragen oder Trends. Es geht um Räume als Erfahrung – um Interior als etwas, das wirkt, bleibt und Haltung zeigt. Alexandra Gördes spricht über Gestaltung nicht als Dekoration, sondern als bewusste Setzung im Raum: Was prägt einen Ort? Was erzählt er über die Menschen, die ihn nutzen – oder nur für eine Zeit bewohnen?

Was war der Impuls zur Gründung?

Der Ausgangspunkt ist ein Gefühl, das viele aus modernen Interiors kennen: Räume können „richtig“ wirken und trotzdem austauschbar bleiben. WERNS setzt dagegen auf Objekte, die nicht füllen, sondern prägen als Brücke zwischen Kunst und Wohnen.

Warum ist „Haltung“ im Interior wichtig?

Haltung zeigt sich in Auswahl und Bedeutung: Was bleibt, was nicht? Was erzählt etwas über die Person, die hier lebt oder über den Ort, an dem man gerade zu Gast ist? Räume dürfen selbstbewusst sein, weil sie innere Werte sichtbar machen können.

Skulpturalität: Wenn Form den Raum mitgestaltet

Skulpturalität meint hier keine Ornamente, sondern Volumen, Proportion und Präsenz. Ein Objekt soll auch ohne Inszenierung wirken können wie eine Skulptur im Raum.

Designerinnen-Szene mit skulpturalem Objekt in blau-orange vor hellem Atelierhintergrund
© WERNS / hi-werns.com · Foto: Fynn Schwarz

Warum Licht so zentral ist

Licht ist nicht nur Funktion, sondern Stimmungsträger. Es entscheidet, ob ein Raum offen, warm, ruhig oder kühl wirkt. Gerade auf Reisen erinnern wir uns oft weniger an Grundrisse als an Licht: an Morgenlicht im Apartment, an Schatten in einer Hotellobby, an den Moment, in dem ein Ort „klickt“.

Still-Life-Vasen: Fixpunkte statt Gefäße

Die Still-Life-Idee denkt Vase nicht als Behälter, sondern als Objekt mit eigener Präsenz. Motive aus der Kunstgeschichte werden in plastische Formen übersetzt so, dass das Objekt auch ohne Blumen funktioniert.

Persönlichkeit schlägt Perfektion

Perfektion schafft Distanz. Persönlichkeit schafft Nähe. Räume dürfen Ecken haben, Brüche, Spannung wie Orte, die man nicht nur konsumiert, sondern erlebt. Diese Haltung passt auch zur Reiseerfahrung: Die besten Erinnerungen entstehen selten in perfekten Kulissen.

Kunst als Teil des Wohnens

Kunst ist hier kein „Add-on“, sondern Ausgangspunkt. Ob Objekt oder Wandarbeit: Gestaltung wird als kultureller Beitrag verstanden – etwas, das Geschichten trägt und Trends überdauern kann.

Travel-Pape-Einordnung: Orte, die bleiben

Für Travel-Pape ist interessant, wie nah sich Design und Reisen sind, wenn man nicht nur an Destinationen denkt, sondern an Atmosphären. Ein Raum ist ein Ort – manchmal für eine Nacht, manchmal für Jahre. Und wie jeder Ort hat er eine Sprache: Licht, Materialien, Stille, Setzungen.

Wer auf Reisen nach dem „echten Gefühl“ sucht, findet es oft nicht in der Ausstattung, sondern in der Entscheidung: Was wird betont, was weggelassen, was darf eine Geschichte erzählen? Genau darin liegt der Reiz dieses Interviews – weniger als Trendprognose, mehr als Haltungstext.

Fazit

Interior-Trends kommen und gehen. Was bleibt, sind Räume, die etwas meinen. Wenn Design nicht dekoriert, sondern prägt, wird Wohnen und das Unterwegssein zu einer Form von Orientierung: nach außen in Orte, nach innen in Stimmung und Erinnerung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der redaktionellen Einordnung von Interviewaussagen und Bildmaterial. Alle Angaben ohne Gewähr.