Im Gespräch mit Elpiniki, Sandra & Angelos
Ein exklusives Interview von Patrick Pape (Travel-Pape.de)
Nach unserem ersten Kontakt per E-Mail und dem Video-Interview mit Sandra und Angelos wollte ich die Olivenöl-Produzenten von Olithea endlich persönlich auf Korfu besuchen. Über WhatsApp stand ich mit Sandra und Angelos in Verbindung – ein fester Termin ließ sich jedoch kurzfristig nicht finden.
Am entschieden wir daher spontan: Von meinem Apartment bei Liberty’s Appartements nahe Acharavi sollte es Richtung Issos Beach gehen – und auf dem Weg wollten wir bei Sandra und Angelos in Agios Mattheos vorbeischauen.
Als wir am Laden ankamen, waren die beiden noch auf dem Feld, um die Olivenbäume zu pflegen. Zum Glück trafen wir dort Elpiniki Lavranou, Sales Managerin von Olithea, die sich Zeit für eine ausführliche Verkostung nahm. Gemeinsam mit meiner Freundin probierten wir das leckere Öle und erhielt spannende Einblicke in Philosophie und Herstellungsprozess des Familienbetriebs.
Bevor wir unsere Fahrt zum Strand fortsetzten, kamen schließlich auch Sandra und Angelos dazu. Zunächst aber das Interview mit Elpiniki Lavranou – und später, im zweiten Teil, das Gespräch mit den Produzenten selbst.
🥜 Angelos
Olivenbauer
🎤 Patrick Pape
Interviewer
🇨🇭 Sandra
Produzentin
🤝 Elpinikira
Sales Managerin
Frühe Ernte & Premiumqualität – Interview mit Elpiniki Lavranou
🎤 Patrick Pape: Frau Lavranou, was macht das Olithea-Olivenöl so besonders?
🤝 Elpiniki Lavranou: Wir ernten sehr früh, wenn die Oliven noch grün sind und gerade erst einen purpurnen Fleck bekommen. Das ergibt weniger Ertrag, aber deutlich höhere Qualität. Unser Öl liegt bei einer sehr niedrigen Acidität von unter 0,3 %.
🎤 Patrick Pape: Viele Produzenten warten, bis die Oliven reifer oder schwarz sind. Warum wählen Sie bewusst den schwierigeren Weg?
🤝 Elpiniki Lavranou: Dunklere, reifere Oliven liefern zwar mehr Öl, aber die Säurewerte und die Qualität leiden. Uns geht es um das beste Ergebnis – dieser Anspruch wurde u. a. mit einer Goldmedaille bei der New York Competition belohnt.
🎤 Patrick Pape: Wie läuft die Ernte und Verarbeitung konkret ab?
🤝 Elpiniki Lavranou: Wir arbeiten schonend von Hand: Netze unter den Bäumen, Ernte mit speziellen Bürsten, ohne die Bäume zu verletzen. Innerhalb von 3 Stunden bringen wir die Oliven in die Mühle. Dort werden sie gewaschen, strikt getrennt und bei 23–26 °C kaltgepresst – so bleiben Aromen und Polyphenole erhalten.
🎤 Patrick Pape: Gibt es besondere Herausforderungen beim Schutz der Bäume?
🤝 Elpiniki Lavranou: Ja, wir müssen uns vor der Dacus-Fliege schützen. Wir nutzen dazu natürliche Proteine, die wie ein Klebstoff wirken. Die Bäume werden damit besprüht, aber wenn es regnet, muss man alles erneut machen. Das ist aufwendig, aber notwendig, um die Ernte zu sichern.
🎤 Patrick Pape: Was passiert nach der Pressung?
🤝 Elpiniki Lavranou: Der Olivensaft kommt in Stickstofftanks, geschützt vor Sauerstoff. So bewahrt das Öl bis zu 18 Monate Geschmack und Qualität.
🎤 Patrick Pape: Woran erkennt man ein wirklich gutes Olivenöl beim Probieren?
🤝 Elpiniki Lavranou: An einer feinen Bitterkeit und einer leichten Schärfe im Hals – Zeichen für einen hohen Polyphenolgehalt. Unser Öl enthält etwa dreimal mehr Polyphenole als handelsübliche Öle, dazu natürliche Aromen wie frische Tomate, grüner Apfel oder Kräuter.
🎤 Patrick Pape: Wie genießt man Olivenöl auf Korfu am liebsten?
🤝 Elpiniki Lavranou: Ganz einfach und typisch griechisch: Brot, Tomaten, Salz. Wir Griechen konsumieren rund dreimal so viel Olivenöl wie der Rest der Welt – vielleicht sind wir auch deshalb so gesund.
🎤 Patrick Pape: Welche Flaschen und Preise bietet ihr an?
🤝 Elpiniki Lavranou: Wir haben normalerweise 100 ml (10 €), 500 ml (40 €) und 1,5 Liter Inox (55 €). Gerade sind viele Größen ausverkauft, weil wir auf das neue Abfüllen im Herbst warten. Besonders praktisch finde ich persönlich die große 1,5 Liter-Variante, weil sie am besten für den täglichen Gebrauch geeignet ist.
🎤 Patrick Pape: Mich interessiert auch der Name eures Projekts – was bedeutet eigentlich „Olithea“?
🤝 Elpiniki Lavranou: Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „Olith“ kommt von Olive, unserem Herzstück, und „thea“ bedeutet auf Griechisch Göttin. Zusammen steht Olithea also für die „Oliven-Göttin“ – ein Symbol für unsere Verbindung von Tradition, Natur und Wertschätzung.
Achtung Schädling – die Dacus-Fliege
- Wissenschaftlicher Name: Bactrocera oleae, auch Olivenfruchtfliege genannt.
- Schaden: Die Larven fressen das Fruchtfleisch der Olive und machen sie unbrauchbar.
- Folge: Qualitätseinbußen bei Olivenöl, geringere Erträge.
- Bekämpfung: Heute oft ökologisch, etwa mit Lockfallen oder natürlichen Feinden.
- Bedeutung: Einer der größten Schädlinge für Oliven im Mittelmeerraum.
Arbeit im Olivenhain – Interview mit Sandra & Angelos
🎤 Patrick Pape: Als wir ankamen, wart ihr noch auf dem Feld – warum ist gerade jetzt die Arbeit an den Bäumen so wichtig?
🌿 Sandra: Momentan müssen wir die Olivenbäume unbedingt spritzen, wegen der Dacus-Fliege. Es ist die Zeit, in der sie besonders gefährlich werden. Wenn wir das vernachlässigen, verlieren wir schnell die ganze Ernte.
🎤 Patrick Pape: Und trotzdem habt ihr euch Zeit genommen, uns zu treffen. Wie läuft es mit eurem Olivenöl gerade?
🌳 Angelos: Sehr gut – so gut, dass wir sogar keine kleinen Flaschen mehr auf Lager hatten, alles war ausverkauft. Für dich gab es aber natürlich trotzdem ein Geschenk – schließlich hilfst du uns auch mit deiner Berichterstattung.
🎤 Patrick Pape: Im Gespräch mit Elpiniki haben wir viel über die Qualität und die Lagerung erfahren. Wie ist es eigentlich mit der Bewässerung eurer Bäume – gerade in heißen Sommern?
🌿 Sandra: Wir nutzen Quellen in der Gegend und leiten das Wasser mit Schläuchen zu den Bäumen. Junge Bäume bekommen zwischen 150 und 300 Litern, ältere brauchen weniger. Wichtig ist, dass man das Wasser nicht direkt am Stamm gibt, sondern dort, wo die Krone ausläuft – dort sitzen die Wurzeln. So profitieren auch benachbarte Bäume.
🎤 Patrick Pape: Habt ihr in den letzten Jahren Veränderungen durch das Klima gespürt?
🌳 Angelos: Ja, absolut. Früher hat es im Juni oder Juli fast immer ein, zwei Tage geregnet. Fehlt dieser Regen, wird es schwierig. Letztes Jahr hatten wir eine extrem lange Hitzeperiode mit über 40 Grad in Südeuropa, dazu die Waldbrände. Dieses Jahr war es zum Glück etwas milder, aber wir merken, dass wir immer mehr auf die Wasserversorgung achten müssen.
🎤 Patrick Pape: Und wie bringt ihr euer Öl an die Kunden – findet man es auch im Supermarkt?
🌿 Sandra: Nein, im normalen Supermarkt eher nicht. Wir arbeiten direkt mit Villen, Restaurants und Hotels zusammen. Außerdem gibt es Delikatessläden, wo unsere Flasche sofort auffällt. Das Design hebt sich bewusst ab – wir wollten ein Premiumprodukt, das man gleich erkennt.




Herzlichen Dank!
Sandra, Angelos und Elpiniki, vielen Dank für das offene und inspirierende Gespräch. Eure Leidenschaft für Qualität, Nachhaltigkeit und die Liebe zu Korfu spiegeln sich nicht nur in eurem Olivenöl wider, sondern auch in jedem eurer Worte.
Ein besonderer Dank gilt auch für das großzügige Geschenk einer 500 ml Flasche Olithea – ein Stück Korfu, das wir mit großer Freude genießen werden.
Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit „Olithea“ und freuen uns, euren Weg weiter zu verfolgen! 👉 Zur Website von Olithea





